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Bericht
Die „Sautränke“ auf dem Ardetzenberg
Auf dem Ardetzenberg, rund 150 m über dem Siedlungsraum von Feldkirch, existiert im nordöstlichen Waldteil die sogenannte „Sautränke“. Dieser Waldteich führt das ganze Jahr über Wasser und ist Lebensraum für viele wassergebundene Insektenarten und andere wirbellose Tiere. Schwimmblatt- und Sumpfpflanzen fehlen weitgehenst. Von den Unterwasserpflanzen ist lediglich die Kanadische Wasserpest in kleinen Beständen vorzufinden. Diese wurde aber nachweislich erst vor einigen Jahren von „naturinteressierten“ Personen eingesetzt. Zahlreiche Erdkröten, einige Grasfrösche, besonders aber viele Bergmolche nutzen die Sautränke als einziges Laichgewässer auf dem Ardetzenberg und sind daher auf Gedeih und Verderb auf dieses zu Erhaltung ihrer Art angewiesen. Daher legt die Rheticus-Gesellschaft ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung und Funktionsfähigkeit dieses Biotops.
 Abb.: Sautränke im Herbst
Von der Rheticus-Gesellschaft wurden, unter der Leitung von Herbert Wust, bisher folgende Aktivitäten gesetzt:
01.07.1982 Teilsanierung (Entnahme von Holz) mit 60 Burschen und Mädchen vom BORG Feldkirch
03.07.1982 Teilsanierung, dabei wurden mehrere LKW-Ladungen Holz aus dem Wasser entfernt.
02.10.1982 Sammeln und Abtransport von Fallholz im Umkreis von 50 Metern durch die Maturaklasse 8d, BORG Feldkirch, damit weniger Anreiz besteht, herumliegendes Holz in den Weiher zu werfen.
28.10.1989 Vollsanierung mit Einsatz eines Kleinbaggers bei vorheriger Entleerung des Weihers durch die Firma Josef Mähr und Co. Es wurden rund 50m³ Holz und Schlamm entfernt. Die Kosten für die Sanierung übernahm in dankenswerter Weise die Sparkasse Feldkirch.
 Abb.: Die Sautränke wird ausgebaggert und so vor der Verlandung gerettet
06.03.2001 Räumung von Fallholz im Umfeld der Tränke durch private Helfer.
Oktober 2006 Mittels Maschineneinsatz wurden etwa 20 m³ Schlamm entfernt. Die laufende Entstehung von Faulschlamm erfolgt durch den jährlichen Eintrag von großen Mengen Buchenlaub aus dem Umfeld.
Leider muss die Sautränke regelmäßig, d. h. ca. alle 14 Tage bis 3 Wochen, von hineingeworfenem Holz gesäubert werden! Die entsprechenden Hinweistafeln scheinen hier wenig zu fruchten.
Dieses an und für sich kleine Gewässer ist an diesem Standort eher ungewöhnlich und aus hydrographischer und geologischer Hinsicht interessant: Der Sockel und der größte Teil des Ardetzenberges bestehen aus wasserdurchlässigem Schrattenkalk, wobei auch Karsterscheinungen zu finden sind. Die flachen und nur mit geringer Mächtigkeit aufliegenden Grünsandsteinschichten sind wasserundurchlässig und bilden daher das Bett der Sautränke.
 Abb.: Erdkröten bei der Fortpflanzung
Dieser Waldteich verdankt seine Existenz in erster Linie dem riesigen Rheingletscher. Dieser floss über den Ardetzenberg hinweg und grub in den verwitterungsanfälligen Grünsandstein flache Vertiefungen. In zweiter Linie aber dem Umstand, dass im hohen Mittelalter Rinder und besonders Schweine auf dem Ardetzenberg zur Waldweide bzw. Bucheggern- und Eichelmast getrieben worden sind. So wurde ganz gewiss von den Bauern die grundwasserführende und versumpfte Mulde erkannt und zu einer begehrten Wasserstelle abgegraben. Denn ohne eine ausreichende Wasserversorgung der Weidetiere wäre eine Viehhaltung auf dem Ardetzenberg nicht möglich gewesen. Enorme Begehrlichkeiten um die Weidegründe führten sogar zu größeren Auseinandersetzungen zwischen den Bauern aus Altenstadt und Feldkirch, die letztendlich höchstgerichtlich geschlichtet werden konnten.
 Abb.: Bergmolch Weibchen (links) und Männchen
Der Weiher hat eine Fläche von ca. 200 m² und keinen sichtbaren Zufluss. Das Wasser stammt einerseits von direkten Niederschlägen, andererseits aus einer sanft ansteigenden, nach Süden gerichteten Erhebung, von der aus das Niederschlagswasser zwischen Gestein und Grundmoräne einsickert. Der Wasserstand schwankt auch bei länger anhaltender Trockenheit nur sehr wenig. Nach starken Niederschlägen ist ein alter Ablauf im Gelände Richtung Norden erkennbar. Die tiefste Stelle beträgt etwa einen Meter, die durchschnittliche Tiefe zwischen 20 und 70 cm.
Bei der Generalsanierung wurde entgegen bisherigen Annahmen deutlich, dass keine wasserabdichtende Lehmschicht eine Versickerung des Wassers verhindert. Der gesamte Wasserkörper ist ausschließlich durch den bereits erwähnten Grünsandstein vor einer Versickerung geschützt.
Die Besucher der Sautränke sind mittels einer Tafel angehalten, keine herumliegenden Holzteile in das Wasser zu werfen, damit nicht in kurzen Abständen hohe Kosten durch die Entfernung und den Abtransport der selben entstehen.
verfasst am: 2009-10-22
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